La Paloma olé – SVCN oh weh

La Paloma olé – SVCN oh weh

Oberliga-Team 24.08.2022

USC Paloma – SVCN 6:1 (3:0)

USC Paloma: Höfs - Mandelkau, Grablewski (12. Wallner/72. Kainzberger), Blumauer, Schröder - Niemann, Merkle - Lohrke (81. Enge), Blöcker, Topcu (81. Sabah) - Wohlers (81. Bein)

SV Curslack-Neuengamme: L. Giese - Ziolek, Bombek, H. Giese - Meyer, Rogge (51. Omar) - Kühn, Vidosevic (46. Miry), Brkic (76. Sharba), El-Nemr - Donkor Marfo (76. Rexin)

Tore: 1:0/2:0 Wohlers (18./27.), 3:0 Niemann (28.), 4:0 Topcu (48.), 5:0 Wohlers (72.), 6:0 Bein (83.), 6:1 Miry (86.)

Schiedsrichter: Fabian Porsch (Barsbütteler SV): Es gibt schwerere Spieler für einen Unparteiischen als eines, in dem eine Mannschaft nahezu körperlos zu Werke geht. Nicht komplett fehlerlos, aber ohne nennenswerten Fehler.

Beste Spieler: Niemann, Blumauer, Wohlers – Keiner

Zuschauer: 102

Wie sehr die vorausgegangenen drei Pflichtspiele seiner Palomaten an Marius Nitsch genagt hatten, zeigte sich, als Schiedsrichter Fabian Porsch am Dienstagabend das bereits zur Halbzeit entschiedene Oberliga-Duell mit desolaten Deichkickern abpfiff. Der USC-Trainer sprang von seinem Stuhl auf, ballte die Fäuste und stieß dabei derart laut ein langezogenes „Jaaaaaaa“ heraus, dass möglicherweise dem einen oder anderen Bewohner des an den Jonny-Rehbein-Sportplatz angrenzenden Häuserblocks das Feierabendbierchen aus der Hand fiel. 

„Es war eine komplett beschissene Woche“, sagte Nitsch mit Blick auf den späten Gegentreffer im Spiel gegen den HEBC (1:1), die Niederlage im Lotto-Pokal nach Elfmeterschießen gegen den SC Victoria sowie die 0:3-Pleite bei Aufsteiger TuRa Harksheide. „Deswegen bin ich froh, dass die Mannschaft heute so eine Reaktion gezeigt hat“, lobte der Trainer sein Team. 

Bevor die Uhlenhorster so richtig auf Betriebstemperatur kamen, hatten sie allerdings einen Schock zu verdauen. Innenverteidiger Max Grablewski kam bei einem Zweikampf mit Stjepan Brkic an der Eckfahne unglücklich auf und sackte sofort schreiend zu Boden (11.). Der 22-Jährige, der in der Vorsaison vom SVCN zum USC wechselte, musste vom Platz getragen, ausgewechselt und von einem Rettungwagen ins Krankenhaus gebracht werden. „Das sah ganz schlimm aus. Es kann sein, dass er sich etwas gebrochen hat oder das Kreuzband gerissen ist“, sagte Palomas Ligamanager Carsten Gerdey.

Während Grablewski auf einer Bank vor der Kabine auf den Rettungswagen wartete, ging sein Team mit 1:0 in Führung. Christian Merkle steckte den Ball zu Tom Wohlers durch, der den etwas zögerlich aus seinem Gehäuse kommenden Leon Giese umkurvte und aus spitzem Winkel erfolgreich war (18.). Die beiden nächsten USC-Treffer fielen auf ganz ähnliche Art und Weise: Curslack verlor jeweils in der Vorwärtsbewegung den Ball (Henrik Giese und Hendrik Bombek), Paloma schaltete fix um und schickte Wohlers (2:0/27.) und Moritz Niemann (3:0/28.) auf die Reise.

„Das sind nur lange Bälle“, schimpfte SVCN-Coach Sven Schneppel, dessen Taktik mit drei hochaufgeschossenen Verteidigern (Piotr Ziolek, Bombek und Giese) die weiten Schläge des USC unterbinden zu wollen, nicht aufging. Doch nicht nur die vogelwild agierende Abwehr ließ dem Übungsleiter vermutlich weitere graue Haare wachsen. Was seine neu formierte Mannschaft im Angriff trieb, war nicht minder - nennen wir es - kurios. Denn an Chancen mangelte es den Vierländern keineswegs. „Wir haben ein ganz schlechtes Spiel gemacht, hatten aber eine Vielzahl von sehr guten Einschussmöglichkeiten. Wir können selbst mindestens auch fünf Tore schießen“, seufzte Schneppel.

Sinnbildlich für Curslacks Harmlosigkeit stand die 44. Minute, als Moritz Kühn von der rechten Seite den Ball scharf in die Mitte zog und dort Frank Donkor Marfo das Spielgerät neben das Tor setzte. Hinter ihm stand Pasal El-Nemr einschussbereit und war dementsprechend angesäuert, dass der Youngster die Kugel nicht durchgelassen hatte. Ein paar weitere ganz ähnlich guter Gelegenheiten besaßen die Vierländer über die gesamte Distanz. Aber nur der eingewechselte Amir Miry traf, als alles längst schon zu spät war, zum 1:6 (86.). 

Während der SVCN hinten abenteuerlich verteidigte und vorne Fahrkarten schoss, polierte der USC nach dem Seitenwechsel weiter sein Torverhältnis auf. Can Luka Topcu (48.) nach Vorlage von Kevin Lohrke, der nimmersatte Wohlers mit einem Schuss aus 20 Metern in die Mitte des Kastens (72.) sowie Tom Bein mit seinem ersten Ballkontakt (!) nach seiner Einwechslung (83.) machten das halbe Dutzend für die „Tauben“ voll. Dass Miry noch der Ehrentreffer gelang, war für Nitsch unmittelbar danach „okay“. Etwas zu beanstanden gab es für ihn nach dem überzeugenden Auftritt seiner Elf nun wirklich nicht.

Er wolle nicht das Haar in der Suppe suchen, sagte Nitsch später. Mächtig versalzen hatte die Palomaten selbige Curslack. „Die Mannschaft muss mir erklären, wie so eine Leistung beziehungsweise Nicht-Leistung kommen kann“, erklärte Schneppel. Der neue Coach hatte sich die Aufgabe beim SVCN gewiss etwas einfacher vorgestellt. Doch nach den Abgängen von diversen Leistungsträgern im Sommer - nun hat auch noch der momentan verletzte Torjäger Marco Schubring den Klub verlassen - sowie der Verjüngung des Teams, braucht es wohl noch Zeit, bis die Vierländer Konstanz in ihre Leistungen bekommen. Möglicherweise muss in der Winterpause auch noch einmal nachjustiert werden. Oliver Schubert wird dafür dann aber nicht mehr verantwortlich zeichnen. Der Sportchef ist ab sofort aus seinem Amt ausgeschieden. „Aus beruflichen Gründen“, wie Präsident Hartmut Helmke erklärte. Vorerst wird Ligamanager Robert Mimarbachi auch die Aufgaben von Schubert übernehmen, der bereits am Dienstagabend nicht mehr dem Spiel beiwohnte. 

Stimmen:

Sven Schneppel (Trainer SV Curslack-Neuengamme):

Wir haben viel zu naiv verteidigt. Auf diesem riesengroßen Platz, der ja bekannt ist in ganz Hamburg, fehlte uns total die Bereitschaft, die Wege zu machen, gerade die ekligen auch in der Defensive. Die Tore sind bis auf eins alle nach dem fast gleichen Strickmuster gefallen: Wir haben den Ball, verlieren ihn, sie schalten um - Tor. Wir haben ein ganz schlechtes Spiel gemacht, hatten aber eine Vielzahl von sehr guten Einschussmöglichkeiten. Wir können selbst mindestens auch fünf Tore schießen. Die letzten drei Spiele haben wir schon in der ersten Halbzeit verloren. So kann man keine Spiele gewinnen. Schon gar nicht, wenn man so verteidigt. Es war unsere schlechteste Saisonleistung. So geht es nicht, gegen gar keine Mannschaft in der Oberliga. Die Mannschaft muss jetzt eine Reaktion zeigen. Sie soll mir beim Training am Donnerstag sagen, wie es zu so einer Leistung beziehungsweise Nicht-Leistung kommen kann. Wir müssen zusehen, dass wir jetzt nicht ganz unten reinrutschen und punkten. Das war nicht Oberliga-tauglich.

Marius Nitsch (Trainer USC Paloma):

Es war eine komplett beschissene Woche. Deswegen war es schön, dass wir heute so eine Reaktion gezeigt haben. Die Mannschaft hat sich im Kollektiv reingehauen und es auch fußballerisch in der ersten Halbzeit, finde ich, sehr gut gemacht. Am Ende ist es ein extrem verdienter Sieg, auch in der Höhe. Es ware eine bärenstarke Reaktion der Mannschaft, die sich gesagt hat, wir wollen das 0:3 in Harksheide wieder gutmachen. Ich finde, wir haben das ganze Spiel williger, giftiger gewirkt. Ich bin sehr froh. Denn wenn man sieht, wer da individuell beim Gegner auf dem Platz steht, dann ist das ja auch keine Kneipentruppe, sondern auch eine ambitionierte Mannschaft. Diese Truppe musst du erst einmal 6:1 schlagen. Das ist aller Ehren wert.

Quelle: hafo.de

USC Paloma

6 : 1

SV Curslack-Neuengamme

Dienstag, 23. August 2022 · 19:30 Uhr

Oberliga Hamburg · 05. Spieltag

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