Curslack schafft die (halbe) Trendwende

Curslack schafft die (halbe) Trendwende

Oberliga-Team 29.08.2022

SV Curslack-Neuengamme – Niendorfer TSV 2:2 (1:0)

SV Curslack-Neuengamme: L. Giese – Brkic, Bombek, Ziolek, Wilhelm – Meyer (57. Donkor), Rogge – Rexin (70. Vidosevic), Omar, El-Nemr (90. Sharba) – H. Giese 

Niendorfer TSV: Grubba – Osei, Krüger, Aniteye (78. Streubier), Janha – Speck (68. Huneke) – Casale, Zarei, Gross (60. Ali), Brückner (60. Merkle) – Ahmadi (78. Utz)

Tore: 1:0 Wilhelm (21., FE), 1:1 Ali (72.), 2:1 Donkor (78.), 2:2 Merkle (83.)

Besondere Vorkommnisse: Wilhelm verschießt FE (23., Grubba hält)

Gelb-Rot: Donkor (90.+4, Foul/Schwalbe)

Schiedsrichter: Thomas Bauer (Rahlstedter SC): Beide Elfmeter waren in Ordnung. Gut, wie er die Kopf-an-Kopf-Situation zwischen Brückner und Rogge ohne Gelbe Karte löste (44.).

Beste Spieler: Wilhelm, Bombek – Grubba, Speck, Zarei 

Zuschauer: 90

„Wir wollten und mussten etwas ändern“, so erklärte SVCN-Coach Sven Schneppel die ungewöhnliche Maßnahme, heute Innenverteidiger Henrik Giese als Sturmspitze aufzubieten. Nach dem 1:6-Debakel am Dienstag beim USC Paloma saß Frank Donkor also zunächst nur auf der Bank – und sollte später entscheidende Akzente setzen (Tor und Gelb-Rot).

Wie erwartet, übernahm Niendorf vom Anpfiff weg die Spielkontrolle und drängte die Gastgeber in der ersten Viertelstunde mächtig in die eigene Hälfte. „Sasel und ETV haben ihre Spiele gestern gedreht, wir müssen heute nachlegen“, strebte Ali Farhadi ganz klar einen „Dreier“ an. Doch seine Mannschaft konnte aus der optischen Überlegenheit kein Kapital schlagen. Leandro Casale traf aus drei Metern den Ball nicht richtig (2.), Daniel Brückner scheiterte aus spitzem Winkel an Keeper Leon Giese (11.) und eine Ecke von Falk Gross streifte erst die Latte und den abtropfenden Ball verpasste Tim Krüger knapp mit dem Kopf (15.). 

Von den Hausherren war bis dahin (außer Defensivarbeit) nichts zu sehen. Bis sich Clifford Aniteye einen schweren Schnitzer leistete. Die gesamte NTSV-Hintermannschaft war schon in der Vorwärtsbewegung, als dem Innenverteidiger das Leder vom Fuß versprang. Tjorben Rexin zog in den Strafraum und wurde von Jesse Osei zu Fall gebracht. Klare Sache: Elfmeter! Witalij Wilhelm, gerade aus Griechenland zurück (wo Sebastian Spiewak seine Hochzeit feierte), schnappte sich die Kugel und traf ganz sicher flach unten rechts zum 1:0 (21., siehe Foto).

Und noch bevor die Niendorfer diesen Nackenschlag verarbeiten konnten, folgte nur 100 Sekunden das nächste Ding: Amir Ahmadi (ein Stürmer im eigenen Strafraum!) ging mit gestrecktem Bein zum Ball und erwischte dabei Stjepan Brkic. Wieder Elfmeter! „Kann man beide geben“, räumte auch Farhadi wohltuend ehrlich ein. Wieder Wilhelm, wieder flach unten rechts – doch Tobias Grubba roch den Braten und parierte glänzend (23., siehe Foto). „Er hat uns im Spiel gehalten“, war Farhadi froh, „ein 0:2 hätten wir heute wohl nicht aufgeholt“, während sein Gegenüber konstatierte: „Es war die richtige Entscheidung, erneut Wilhelm schießen zu lassen. Er ist ein toller und sicherer Elfmeterschütze, aber Grubba ist eben auch ein richtig toller Torwart“.

Nun rannte der amtierende Vizemeister (und vor dem aktuellen Spieltag schon wieder auf Platz 2 stehend) einem Rückstand hinterher – und hatte vorne einfach kein Glück. Casale mit einer granatenscharfen Hereingabe von der rechten Seite, doch erst segelt am ersten Pfosten Ahmadi mit dem Kopf am Ball vorbei, dann auch Brückner am zweiten Pfosten (30.). Was für eine Doppelchance. Noch dicker die Szene mit Lennard Speck, der sich auf der „Sechs“ offensichtlich richtig wohlfühlt und von rechts einen Eckball in den Fünfmeterraum zirkelte. Einige Niendorfer wollten das Spielgerät schon als direkt verwandelt drin gesehen haben, doch irgendein Curslacker Bein klärte auf der Linie (42.).

Auch nach der Pause machten die Gäste unermüdlich weiter, während die Hausherren genauso leidenschaftlich verteidigten. „Heute war eine gute Kompaktheit und Grundordnung in unserem Spiel“, lobte Schneppel sein Team. Doch knapp zwanzig Minuten vor dem Ende passierte es dann doch: Piotr Ziolek schlug im Sechzehner ein Luftloch, Ibrahim Ali sagte „Danke“ und traf aus 12 Metern zum 1:1 ins lange Eck (72.).

Da die „Blauen“ zudem offensichtlich konditionell abbauten, sahen die Heim-Fans schon die Felle davonschwimmen. Doch das Gegenteil war der Fall: Nach einem Traumpass über 40 Meter von Florian Rogge war „IV21“ (Giese) frei durch – doch der Aushilfsstürmer zögerte und zögerte und zögerte…bis die Riesenchance schließlich vertan war (76.). Aber inzwischen war mit Frank Donkor (kam in der 57. Minute und kassierte für ein Foul sofort Gelb) ja ein „richtiger“ Stürmer auf dem Kunstrasen. Der nahm aus gut 23 Metern sein Herz in beide Hände und schlenzte den Ball herrlich Richtung rechten Giebel. Und noch bevor das Leder zum 2:1 im Knick einschlug, riss Zuschauer Torsten Henke schon die Hände in die Luft und schrie „Tor“ (78.). Was für ein Jubel bei den Hausherren!

Ungläubige Gesichter hingegen beim Favoriten. Eigentlich wollte man ja mit einem klaren Sieg (ab 3:0 aufwärts) als neuer Tabellenführer die Heimreise antreten. Es wurde letztlich immerhin noch ein Zähler, weil Casale (direkt vor der Curslacker Bank) ungestört für Lennart Merkle (Farhadi: „Unser Thomas Müller mit der Nummer 25“) durchstecken konnte. „Müller“ startete durch, profitierte vom zögerlichen Herauslaufen von Keeper Giese und tunnelte diesen zum 2:2 (83.). „Dem Torwart mache ich keinen Vorwurf. Das MÜSSEN wir vorher besser verteidigen“, war Schneppel sauer: „Dann hätten wir die drei Punkte im Sack gehabt“. Die versuchte sich schließlich noch Donkor zu „ergaunern“ und produzierte im Strafraum eine echte „Andy-Möller-Schwalbe“. Referee Thomas Bauer gab aber natürlich keinen dritten Elfmeter, sondern schickte den „Schauspieler“ mit Gelb-Rot vom Platz (90.+4).

Stimmen:

Ali Farhadi (Trainer Niendorfer TSV):

Das sind zwei verschenkte Punkte. Wir hatten mehr Spielanteile und haben Fußball gespielt, die haben nur verteidigt. Zu Beginn hatte ich das Gefühl, Curslack will heute gar nicht. Das war merkwürdig. Wir waren aber heute auch einfach nicht gut, viel zu statisch. In der Box muss mehr Bewegung herrschen. Curslack hat sich den Punkt verdient, die haben alles reingeschmissen, waren nachher körperlich total am Ende. Wir haben es jedoch nicht verstanden, das zu nutzen. Trotzdem hatten wir unsere Chancen, haben diese aber ganz schlecht ungenutzt gelassen. Daran müssen wir arbeiten, wenn wir oben dran bleiben wollen. Die anderen (Sasel, Cordi, ETV) drehen gestern ihre Spiele. Das sind so Momente in der Saison, da muss man zeigen, dass man da ist. Das war heute ein Schlag auf den Deckel für uns. Aber es geht weiter und nun kommt Altona. Das wird lustig.

Sven Schneppel (Trainer SV Curslack-Neuengamme):

Das war ein verdienter Punkt. Mit ein bisschen Fortune hätte es sogar drei sein können. Die Szene vor dem 2:2-Ausgleich hat mir gar nicht gefallen. Jetzt wird auf den Torhüter geschimpft, dass er da rauskommen muss. Das stimmt zum Teil natürlich auch, aber wir können die Situation direkt vor unserer Ersatzbank vorher klären. Hätten wir da griffig verteidigt, hätten wir wohl die drei Zähler hier behalten. Das ärgert mich. Trotzdem Kompliment an die Mannschaft, das war die richtige Reaktion auf das 1:6 unter der Woche bei Paloma. Heute war eine gute Kompaktheit und Grundordnung drin, das hat uns gutgetan. Wir haben uns den Punkt erfightet und haben damit nach drei Niederlagen eine kleine Trendwende eingeleitet. Jetzt kommen ganz wichtige Spiele gegen HSV III und Buchholz für uns.

Quelle: hafo.de

SV Curslack-Neuengamme

2 : 2

Niendorfer TSV

Samstag, 27. August 2022 · 15:00 Uhr

Oberliga Hamburg · 06. Spieltag

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